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Nachrichten aus der Pflege | 23. Dezember 2016

Merkel lobt die Pflegenden

Die Vorweihnachtszeit nutzt Bundeskanzlerin Angela Merkel um das Engagement pflegender Angehöriger zu loben. Sie zollt auch den Menschen, die sich für den Pflegeberuf entscheiden große Anerkennung. Pflegeausbildung, Bezahlung und verbindliche Personalschlüssel seien drei Ansatzpunkte für die Pflegepolitik.

Angela Merkel hat sich für ihren YouTube–Kanal von einer Pflegefachkraft befragen lassen. Hier einige Sätze aus dem Gespräch:

»Pflegeversicherung und alles, was geleistet wird, das ist großartig. Dennoch bleibt es für die Familien immer eine riesen Herausforderung, wenn man einen pflegebedürftigen Angehörigen hat.« Die Regierung hat seit 2016 einen Rechtsanspruch auf Pflegeberatung geschaffen, der auch für Angehörige gilt. »Ich glaube, das ist für viele Menschen wichtig, die ein solches Erlebnis noch nicht hatten ... Die seelische Belastung, die damit auch verbundene zeitliche Belastung, die können wir natürlich nicht vollkommen kompensieren, das wissen wir.«
Kanzlerin Merkel zieht »den Hut vor ... all denen, die in diesem Bereich arbeiten – mit Menschen arbeiten, sich auf jeden Einzelnen wieder neu einstellen, jedem gerecht werden. Das ist natürlich eine anstrengende Tätigkeit, gar nicht zu sprechen von – zum Teil auch – den körperlichen Beanspruchungen, wenn Menschen sich nicht alleine drehen können, nicht alleine aufstehen können. Das ist natürlich dann schon eine große, große Verantwortung. Deshalb muss die Ausbildung auch qualifiziert sein, und Sie müssen eben auch genügend Zeit haben ... Zurzeit diskutieren wir noch: Wie eigenständig soll das Berufsbild sein oder wie verbunden auch mit anderen pflegenden Tätigkeiten? Darüber muss noch weiter im parlamentarischen Verfahren diskutiert werden. Aber: Gute Ausbildung, bessere Bezahlung; die Bezahlung ist immer noch so, dass viele sagen: Das ist nicht ausreichend ... Wir geben jetzt sowohl für die ambulante Pflege als auch für die stationäre Pflege deutlich mehr Geld aus, und wir wollen auch den Personalschlüssel verbessern. Ich glaube, das sind die Dinge, an denen man vor allen Dingen ansetzen muss. Und ansonsten:
Große Anerkennung für Menschen, die sich für diesen Beruf entscheiden.«

Kommentar:
TweetMir tut öffentliche Anerkennung gut. Besonders von höchster Stelle. Auch von Karl-Josef Laumann ist viel in dieser Richtung zu hören.

Die Kanzlerin hebt drei Themen hervor:
Die Ausbildung soll mit dem Pflegeberufegesetz geregelt werden. In dieser bundespolitischen Angelegenheit stehen vor allem CDU Politiker auf der Bremse. Was tut Frau Merkel, damit das Gesetz – nach mehr als zehn Jahren Debatte – endlich verabschiedet werden kann?
Bessere Bezahlung für die Altenpflegekräfte bräuchte klare Regelungen zur Refinanzierung, die auch in den Pflegesatzverhandlungen umgesetzt werden. Da ist die Beschlusslage weit von der Alltagspraxis entfernt. Burkhardt Zieger sieht eine Arbeitgeberlobby am Werk. Ist die Bundesregierung wirklich machtlos, wenn die Gremien der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen (fast) untätig bleiben?
Verbindliche Personalschlüssel sind ein schwieriges Thema: Der Alltag der Pflegeprofis auf einer Geriatrie kann schlecht mit dem auf der Herzchirurgie verglichen werden. In der stationären Pflege wäre genau hinzusehen, wie viele Tätigkeiten von Betreuungs- oder Hauswirtschaftskräften (auch am Wochenende) übernommen werden, bevor ein Zahlenverhältnis »Pflegekräfte/Bewohner*innen« beschlossen wird. Schon vor Jahren hätte das Gesundheitsministerium eine große pflegewissenschaftliche Studie zu Personalschlüsseln auf den Weg bringen können. Oder
: In Bayern und Baden–Würrtemberg werden verbindliche Personalschlüssel für die Versorgung in der Nacht beschlossen. Die Bundesregierung schweigt.
Georg Paaßen


Merkel zollt Pflegekräften großen Respekt, zum Interview auf YouTube (17. Dezember 2016).
Das Interview wurde auch in Textform veröffentlicht: Video-Podcast der Bundeskanzlerin #41/2016.
Ein aktueller Image-Film der Aktion: Wir können Pflege.
Über 50 Blogartikel zu Image Altenpflege aus dem ministeriellen Jahr der Pflege 2011.

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Letzte Aktualisierung: 23.12.2016