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Stichwort | Hausnotruf

Senioren–Notrufdienste gibt es in mehreren Varianten. Deshalb ist es wichtig zu Beginn zu überlegen, zu welchen Situationen die Angebote passen sollen. Ziel des Hilfsmittels ist: Die Erleichterung beim Notruf macht gefühlt mehr Sicherheit möglich. Jedes Hilfsmittel ist mit Einrichtung, Einarbeitung und Alltagsübungen verbunden. Die meisten auch mit monatlichen Kosten. Ob Aufwand und Nutzen in einem erträglichen Verhältnis stehen kann nur individuell entschieden werden.
Fakt ist: Es wird kein Sturz, keine Herz–Arrhythmie verhindert. Es kann nachdem schon was passiert ist, schneller Hilfe organisiert werden.

Wir haben im September 2020 im Internet nach Angeboten gesucht, die Senior*innen den Ruf nach Hilfe erleichtern sollen. Dies ist eine Momentaufnahme: Beinahe im Wochentakt, werden neue Angebote beworben, Beschreibungen verändert oder ganze Dienste verschwinden von der Bildfläche.

Beispiel:
Irgendwo, auf einem Ausflug oder unterwegs zu einem Freundesbesuch fällt man auf den Boden, ist sehr aufgeregt/nervös, vielleicht auch panisch.
Da könnte es helfen, wenn mit einem Knopfdruck nicht nur ein Telefongespräch zu einer vertrauten Person möglich würde, sondern auch Standortinformationen übermittelt werden könnten. Nein, es soll nicht gleich 112 gewählt werden, denn im Alltag ist nach dem Abflauen der Panik meist kein professioneller Rettungsdienst nötig.

Beispiel:
Nachts in der eigenen Wohnung gibt's einen Sturz zwischen Bett und Bad. Es schmerzt heftig. Selbst auf dem Boden herum zu rutschen ist nicht möglich.
Da könnte es helfen einfach nur einen Taster drücken zu müssen, der um den Hals hängt, damit Rettungskräfte kommen.

Notruf–APPs für's Smartphone

Android/Google bietet Menschen, die ohnehin ein Smartphone nutzen, zum Thema Notruf einige Einstellungsmöglichkeiten an: Android/Google Hilfeseiten. Sicher gibt's bei iPhones ähnliche Möglichkeiten.
... Aber dies erfüllt wohl nur selten die Erwartungen.

Die meist beworbene Funktion der Notruf–APPs ist der erleichterte Anruf bei 112/110.
Seit Jahren werden immer wieder Anekdoten über APPs erzählt, die „Eigenleben“ entwickeln. Das ein Smartphone in Hand– oder Hosentasche, ganz ohne menschliche Finger, irgendwo anruft, ist den meisten von uns schon passiert. Es wäre sehr unangenehm, die 112 Notrufzentrale mit unnötigen Anrufen zu belästigen. Hinzu kommt: Wer leichtfertig einen unnötigen Einsatz von Feuerwehr oder Polizei auslöst, könnte zu Kasse gebeten werden. Bei solchen Features ist also Vorsicht geboten.
Es gibt auch Notruf–APPs, die Angehörigen-Infos speichern. Dann ist es möglich mit wenigen Fingerbewegungen die vorgespeicherte Nummer selbst anzurufen (bis zu 20€/Monat). Es wird auch angeboten, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche eine Verbindung zu einer Anrufzentrale („geschulte Mitarbeiter*innen“) herzustellen. „Wenn gewünscht, kann anstelle der 112 Notrufnummer ein „I.C.E Kontakt“* angerufen werden.“ (Für derlei wird bis zu 50€/Monat verlangt.)
Vorsicht: Das Smartphone hilft nur, wenn es im Notfall, ob in Bad, Garten oder Supermarkt, auch griffbereit und geladen ist.
Bei der Suche im PlayStore sind auch die Bewertungen interessant. Bei mehreren APPs wird von der Kundschaft bemängelt gespeicherte Daten seien nach einem Update verloren gegangen. Es sei auch vorgekommen, dass eine APP Monate (oder Jahre) nach der Installation, kommentarlos den Dienst verweigert habe.

* I.C.E. steht für In Case of Emergency = im Notfall

Armbänder

Zum Beispiel bei eBay sind Angebote mit Notrufarmbändern zu finden, die über Bluetooth mit dem Smartphone gekoppelt werden und so einen Notruf auslösen.
Schon auf den ersten Blick sieht derlei weder stabil noch bequem aus. Außerdem kommen die Angebote meist aus USA oder Fernost ... Im Notfall nicht sehr zuverlässig. Mit „Gewährleistung“ der Verkäufer/Hersteller ist kaum zu rechnen. Die haben ihr Geschäft ja nach dem Verkauf gemacht.

Smartwatches

Viele Smartwatches bieten die Möglichkeit ein Telefongespräch mit der Uhr anzunehmen – das gekopplete Smartphone könne in der Tasche bleiben. Ob Sprachqualität und Lautstärke in Alltags– und Notfallsituationen ausreichen? Zweifel scheinen angebracht. Es wäre gut, wenn die Verkäufer ausführliche Tests ermöglichen würden.
Das Top Angebot, die Apple Watch, macht's sogar möglich den Puls und ein einfaches EKG aufzuzeichnen. Eine App die solche Informationen mit einem Notruf Knopf verbindet, sollte auch von europäischen Anbietern im APP Store zu finden sein ... Das alles klappt aber wahrscheinlich nur zuverlässig, in Verbindung mit einem iPhone und der Anbindung an Apples iCloud. Falls ohnehin ein iPhone benutzt wird, könnte dies interessant sein. (Akku laden nicht vergesssen!!!)
Einer Internet–Suche zeigt auch Werbung für Android Smartwatches, die mit APP für eine Notruf Funktion auszurüsten seien ... Auch hier ist eher mit 300€ als mit 100€ Investitionskosten zu rechnen. Hier muss dann auch gefragt werden, ob die Smartwatch mit dem vorhandenen Smartphone und der installierten Android Version zuverlässig zusammen arbeitet. Künftige Updates bergen Risikien. (Akku laden nicht vergesssen!!!)

Seniorenhandys

Solche Geräte haben größere Tasten, eingespeicherte Nummern für Kurzwahltasen oder auch nur einen großen Knopf. Im Fall des Falls müssen die schnurlosen Geräte aber auch geladen sein, gefunden und bedient werden können. Es gibt nicht wenige Ältere, die solche Geräte ablehnen, weil sie etwas klobig aussehen.
Der Vorteil: Sie bezahlen ein mal für ein Gerät. Dessen (beschränkte) Funktionen sind leicht zu verstehen. Einmal eingerichtet muss nur noch drauf geachtet werden, dass Akku und Basisstation mit Strom versorgt sind.

Hausnotrufsysteme

:

DRK, ASB, Maltester und Johanniter bieten seit Jahrzehnten Hausnotrufsysteme an. Das ist ein Funktaser (etwa so groß wie eine Streichholzschachtel. Auf Knopfdruck wir eine Verbindung zur Basisstation aufgebaut. Die Basisstation ist mit Mikrophone und Lautsprecher ausgerüstet. Das ermöglicht die Verständigung, auch wenn jemand im Nachbarzimmer liegt. Eine mit Rettungskräften besetzte Telefonzentrale verständigt sich mit den Kund*innen und klärt, welche Unterstützung nötig ist. Falls Unklarheiten bestehen oder es gewünscht wird, kann meist jemand in die Wohnung geschickt werden. Der Anbieter ist also „vor Ort“. Es ist auch zu lesen, dass sich derlei zu einem „mobilen Notruf“ erweitern liesse, der außerhalb der Wohnung funktioniert. Fragen zu Preisen und Verfügbarkeit am Wohnort müssen individuell geklärt werden. Im Ruhrgebiet werden Hausnotruf + Funktaster für unterwegs für etwa 70€/Monat angeboten.
Ähnlich scheinende Angebote werden auch von privaten Anbietern gemacht. Es werden meist Armband, Mobilteil und Ladestation vermietet (etwa 50€/Monat). Die Sprechverbindung wird zu einer Notrufzentrale des Anbieters hergestellt. Die verständigen dann Andere; eigene Mitarbeitende für Hilfe vor Ort stehen in der Regel nicht zur Verfügung.
Es wird die Dienstleistung „Hausnotruf“ in Rechnung gestellt. Der Dienstleister ist also auch für die ordnungsgemäße Funktion der Geräte in der Verantwortung.

Vorsicht:
Vor dem Hintergrund der Erfahrungen der letzten 20 Jahre mit IT-Services: Bei allen Anbietern, vor allem den Privaten, ist damit zu rechnen, dass Angebote einseitig geändert werden, oder die Firma aufgekauft wird oder ganz verschwindet.

Zuschüsse

Grundsätzlich kann es von Pflegekasse und/oder Sozialamt Zuschüsse zu einem Hausnotrufdienst geben. Höhe des Zuschuss, vor allem aber die Antragsbürokratie unterscheiden sich von Ort zu Ort. Lassen Sie sich in einem Pflegestützpunkt beraten.


Quellen:
– test (Zeitschrift) 2017b: Senioren­handys. Im Test Zwei überzeugen besonders, Testbericht auf www.test.de vom 5. Januar 2017
– test (2020b): Vier von neun Diensten bearbeiten Notrufe gut, Pressemitteilung auf www.test.de vom 27. August 2018
[ausführliche Quellenangaben]

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Letzte Aktualisierung: 24.09.2020