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Module der Pflegegrade

In den Begutachtungsrichtlinien wird ein vier-stufiger Prozess beschrieben, um zur Empfehlung eines Pflegegrad zu kommen. Dritter Schritt ist die Beschrei­bung wie weit die Selbst­ständig­keit der Antrag­stellenden noch vorhanden ist. Dazu werden die Verrichtungen des Alltags in acht Module eingeteilt.

Diese Module wiederrum sind in Merkmale unterteilt. Zur Ermittlung des Pflegegrads werden für die Merkmale Punkte vergeben, die Teil­ergeb­nisse der Module 1 bis 6 sind unter­schied­lich gewichtet und dann zu einem Gesamt­ergebnis addiert. Aus dieser Wertung errechnet sich der Pflegegrad.

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Modul 1 | Mobilität

„Die Einschätzung richtet sich aus­schließ­lich danach, ob die Person in der Lage ist, ohne perso­nelle Unter­stützung eine Körper­haltung einzu­nehmen/zu wechseln und sich fort­zubewegen. Zu beurteilen sind hier lediglich Aspekte wie Körper­kraft, Balance, Bewegungs­koordi­nation etc. und nicht die ziel­gerichtete Fort­bewegung. Hier werden nicht die Folgen kognitiver Beein­trächti­gungen auf Planung, Steuerung und Durch­führung motorischer Hand­lungen abgebildet.“ (BRi, Abschnitt 4.9.1)
Merkmale diesem Bereich
📎 Positions­wechsel im Bett
📎 Halten einer stabilen Sitzposition
📎 Umsetzen
📎 Fortbewegen inner­halb des Wohnbereichs
📎 Treppensteigen
(siehe auch: Besondere Bedarfs­konstellationen)
eScooter_cc-byZur Ermittlung des Pflegegrads werden für die Merkmale Punkte vergeben, die Teil­ergebnisse aus den Modulen werden unter­schied­lich gewichtet und dann zu einem Gesamter­gebnis addiert. Aus dieser Wertung errechnet sich der Pflegegrad.
Nötige Hilfen bei Aktivitäten außerhalb der Wohnung gehen „nicht in die Ermittlung eines Pflegegrades ein“. (BRi, Abschnitt 4.11.1)

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Modul 2 | Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Hier geht es vor allem um die Möglich­keiten zu „Erkennen, Ent­scheiden oder Steuern etc. und nicht die motor­ische Umsetz­ung ... [teilweise] sind auch die Aus­wirkungen von Hör-, Sprech- oder Sprach­störungen zu berück­sichtigen.“ (BRi, Abschnitt 4.9.2)
Merkmale diesem Bereich
📎 Erkennen von Personen aus dem näheren Umfeld
📎 Örtliche Orientierung
📎 Zeitliche Orientierung
📎 Erinnern an wesentliche Ereig­nisse oder Beobachtungen
📎 Steuern von mehr­schrittigen Alltags­handlungen
📎 Treffen von Entschei­dungen im Alltag
📎 Verstehen von Sach­verhalten und Informationen
📎 Erkennen von Risiken und Gefahren
📎 Mitteilen von elemen­taren Bedürfnissen
📎 Verstehen von Aufforderungen
📎 Beteiligen an einem Gespräch
Zur Ermittlung des Pflegegrads werden für die Merkmale Punkte vergeben, die Teil­ergebnisse aus den Modulen werden unter­schied­lich gewichtet und dann zu einem Gesamter­gebnis addiert. Aus dieser Wertung errechnet sich der Pflegegrad.

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Modul 3 | Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

„In diesem Modul geht es um Verhaltens­weisen und psy­chische Problem­lagen als Folge von Gesundheits­problemen, die immer wieder auftreten und perso­nelle Unter­stützung erfor­derlich machen.“ (BRi, Abschnitt 4.9.3)
Merkmale diesem Bereich
📎 Motorisch geprägte Verhaltens­auffälligkeiten
📎 Nächtliche Unruhe
📎 Selbstschädigendes und auto­aggres­sives Verhalten
📎 Beschädigen von Gegenständen
📎 Physisch aggressives Ver­halten gegen­über anderen Personen
📎 Verbale Aggression
📎 Andere pflegerelevante vokale Auffälligkeiten
📎 Abwehr pflegerischer oder an­derer unter­stützender Maßnahmen
📎 Wahnvorstellungen
📎 Ängste
📎 Antriebslosigkeit bei depres­siver Stimmungslage
📎 Sozial inadäquate Verhaltensweisen
📎 Sonstige pflegerelevante inad­äquate Handlungen
Zur Ermittlung des Pflegegrads werden für die Merkmale Punkte vergeben, die Teil­ergebnisse aus den Modulen werden unter­schied­lich gewichtet und dann zu einem Gesamter­gebnis addiert. Aus dieser Wertung errechnet sich der Pflegegrad.

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Modul 4 | Selbstversorgung

In diesem Bereich geht es im Wesentlichen um das, was bei der Einstufung in Pflegestufen als grund­pfleger­ische Versor­gung bezeichnet wurde: Körper­pflege, Kleiden, Essen, Trinken, Urin– und Stuhl­ausscheidungen.
„Zu bewerten ist, ob die untersuchte Person die jeweilige Aktivität praktisch durch­führen kann. Es ist uner­heblich, ob die Beein­trächti­gungen der Selbst­ständigkeit aufgrund von Schädi­gungen somatischer oder mentaler Funktionen bestehen oder ob Teil­aspekte bereits in anderen Modulen berück­sichtigt worden sind.“ (BRi, Abschnitt 4.9.4)
Merkmale diesem Bereich
📎 Waschen des vor­deren Oberkörpers
📎 Körperpflege im Bereich des Kopfes
📎 Waschen des Intimbereichs
📎 Duschen und Baden einschließ­lich Waschen der Haare
📎 An- und Auskleiden des Oberkörpers
📎 An- und Auskleiden des Unterkörpers
📎 Mundgerechtes Zubereiten der Nah­rung und Ein­gießen von Getränken
📎 Essen
📎 Trinken
📎 Benutzen einer Toilette oder ei­nes Toilettenstuhls
📎 Bewältigen der Folgen einer Harn­inkontinenz und Um­gang mit Dauer­katheter und Urostoma
📎 Bewältigen der Folgen ei­ner Stuhl­inkontinenz und Um­gang mit Stoma
📎 Ernährung parenteral oder über Sonde
Zur Ermittlung des Pflegegrads werden für die Merkmale Punkte vergeben, die Teil­ergebnisse aus den Modulen werden unter­schied­lich gewichtet und dann zu einem Gesamter­gebnis addiert. Aus dieser Wertung errechnet sich der Pflegegrad.

Das Landes­sozialgericht Nieder­sachsen-Bremen (LSG) hat im Herbst 2017 „ent­schieden, dass die Kranken­kasse das Anlegen eines Stütz­korsetts als Lei­stung der häuslichen Kranken­pflege gesondert vergüten muss. Es handelt sich dabei nicht um eine Grund­pflege­leistung der Pflegekasse.“

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Modul 5 | Umgang mit krankheits-/therapiebedingten Anforderungen und Belastungen

Hier wird der Hilfebedarf erfasst. Es „sind alle ärzt­lich angeord­neten Maß­nahmen nach Art und Häufig­keit aufzu­nehmen, auch wenn sie nur vorüber­gehend, d. h. für weniger als sechs Monate, erforder­lich sind und deshalb nicht in die Bewertung eingehen ... Anzu­geben sind Art (physi­kalische Therapie, Ergo­therapie, Stimm-, Sprech- und Sprach­therapie, podolo­gische Therapie), Häufigkeit (wie oft pro Woche oder – wenn seltener – pro Monat) sowie ggf. die Dauer der Heil­mittel­versorgung. Es ist anzugeben, ob die Person die therapeu­tische Praxis selbständig oder in Begleitung aufsucht oder ob die Thera­peutin bzw. der Therapeut zur Behand­lung ins Haus kommt ... In die Bewertung gehen nur die ärztlich ange­ordne­ten Maßnahmen ein, die gezielt auf eine bestehende Erkran­kung ausge­richtet und für vor­aussicht­lich mindestens sechs Monate erforder­lich sind. Die ärztliche Anordnung kann sich auch auf nicht verschrei­bungs­pflich­tige Medika­mente oder äußer­liche Anwen­dungen oder Übungs­behandlungen beziehen. Zu bewerten ist, ob die Person die jeweilige Aktivität praktisch durch­führen kann. Ist dies nicht der Fall, wird die Häufig­keit der erforder­lichen Hilfe durch andere Personen dokumen­tiert. Es ist uner­heblich, ob die personelle Unter­stützung durch Pflege­personen oder Pflege­(fach-)­kräfte erfolgt, und auch, ob sie gemäß § 37 SGB V verordnet und abge­rechnet wird.“ (BRi, Abschnitt 4.9.5)
Merkmale diesem Bereich
📎 Medikation
📎 Injektionen
📎 Versorgung intra­venöser Zugänge (z. B. Port)
📎 Absaugen und Sauerstoffgabe
📎 Einreibungen oder Kälte- und Wärme­anwendungen
📎 Messung und Deutung von Körper­zuständen
📎 Körpernahe Hilfsmittel
📎 Verbandswechsel und Wundversorgung
📎 Versorgung mit Stoma
📎 Regelmäßige Einmal­katheterisierung und Nutz­ung von Abführmethoden
📎 Therapiemaßnahmen in häus­licher Umgebung
📎 Zeit- und technik­intensive Maß­nahmen in häuslicher Umgebung
📎 Arztbesuche
📎 Besuche anderer medizi­nischer oder thera­peutischer Einrich­tungen (bis zu drei Stunden)
📎 Besuche anderer medizi­nischer oder thera­peutischer Einrich­tungen (länger als drei Stunden)
📎 Einhaltung einer Diät und an­derer krank­heits- oder therapie­bedingter Verhaltensvorschriften
Zur Ermittlung des Pflegegrads werden für die Merkmale Punkte vergeben, die Teil­ergebnisse aus den Modulen werden unter­schied­lich gewichtet und dann zu einem Gesamter­gebnis addiert. Aus dieser Wertung errechnet sich der Pflegegrad.

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Modul 6 | Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte

„Zu bewerten ist, ob die Person die jeweilige Aktivität praktisch durch­führen kann. Es ist uner­heblich, ob die Beein­trächti­gungen der Selbst­ständigkeit auf­grund von Schädi­gungen somatischer oder mentaler Funktionen bestehen oder ob Teil­aspekte bereits in anderen Modulen berück­sichtigt worden sind.“ (BRi, Abschnitt 4.9.6)
Merkmale diesem Bereich
📎 Gestaltung des Tages­ablaufs und Anpas­sung an Veränderungen
📎 Ruhen und Schlafen
📎 Sichbeschäftigen
📎 Vornehmen von in die Zu­kunft gerich­teten Planungen
📎 Interaktion mit Perso­nen im direkten Kontakt
📎 Kontaktpflege zu Perso­nen außer­halb des direkten Umfelds
Zur Ermittlung des Pflege­grads werden für die Merkmale Punkte vergeben, die Teil­ergebnisse aus den Modulen werden unter­schied­lich gewichtet und dann zu einem Gesamter­gebnis addiert. Aus dieser Wertung errechnet sich der Pflegegrad.

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Modul 7 | Außerhäusliche Aktivitäten


Zur Ermittlung des Pflege­grads werden die Teil­ergebnisse aus den Modulen 7 und 8 nicht berücksichtigt.

Modul 8 | Haushaltsführung


Zur Ermittlung des Pflege­grads werden die Teil­ergebnisse aus den Modulen 7 und 8 nicht berücksichtigt.


Quellen:
Begutachtungsrichtlinien (BRi)
– LSG Niedersachsen, 2017, PM vom 6. November 2017
[ausführliche Quellenangaben]

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Letzte Aktualisierung: 21.09.2018