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Nachrichten aus der Pflege | 6. Oktober 2017

Altenpflege und Unterernährung

Die Ursachen für Appetitlosigkeit können vielfältig sein: Kau- und Schluckbeschwerden, Übelkeit, Durchfall oder Erbrechen. Das jemand Untergewicht hat, kann auch an innerer Unruhe liegen: Wer ständig in Bewegung ist verbraucht mehr Kalorien. Oft sind es Pflegende, die dann eingreifen müssen. In Altenheimen gilt es zusätzlich, viele bürokratische Vorschriften zu beachten. Wir haben grundsätzliche Überlegungen zu Untergewicht von Pflegebedürftigen beschrieben. Außerdem finden Sie praktische Tipps, wie von Angehörigen und von Profis aus Hauswirtschaft und Pflege reagiert werden kann.

Es gibt Menschen, die auf die Dauer zu wenig Energie und/oder Flüssigkeit zu sich nehmen. Das hat Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden. Mattigkeit und Konzentrationsstörungen können das Sturzrisiko steigern. Auch die körpereigene Abwehr wird geschwächt. Ist die Flüssigkeitsaufnahme viel zu gering, kann das zu Verwirrtheit führen. Ein gesunder Körper wird Warnsignale senden und ein gesunder Geist wird angemessen reagieren.
Bei vielen Menschen, die auf pflegerische Hilfen angewiesen sind, klappt das mit Warnsignalen und Reaktionen aber nicht mehr zuverlässig. Dann müssen Pflegepersonen Verantwortung übernehmen: Jedes Symptom für sich genommen kann das Wohlbefinden einschränken und ernstliche Erkrankungen nach sich ziehen. Deshalb ist es der Mühe wert, gründlich über Unterernährung nachzudenken.
Hauswirtschaftsmeisterin und Altenpfleger haben zusammen geschrieben, was ihnen aus professioneller Sicht wichtig erscheint. Dazu gehört auch, dass Pflegeeinrichtungen mehr Verantwortung zu übernehmen haben, als pflegende Angehörige. Der Expertenstandard und die Regeln zur Vergabe der Pflegenoten werden ebenfalls beschrieben.
Ein Beispiel:
In Broschüren zur Unterernährung wird gelegentlich vorgeschlagen, servierte Portionen und Reste auszuwiegen, um exakt bestimmen zu können, wie viele Kalorien aufgenomen wurden. Dazu müssen Waagen angeschafft werden. Auswiegen, dokumentieren und die „Auswertung“ der dokumentierten Informationen benötigen Zeit. In der Pflegedokumentation wird vielleicht notiert: „von 150 g Apfelmuskonserve wurden nur 85 g gegessen“. Nicht zu lesen wäre wahrscheinlich, dass der Pflegebedürftige mit viel Appetit einen frischen Apfel gegessen hätte ... aber nur wenn jemand die Zeit gehabt hätte den Apfel in mundgerechte Stücke zu verarbeiten, statt Formulare auszufüllen.
Angehörige und Pflegeprofis stoßen immer wieder an ihre Grenzen. Da hilft es nicht, hohe Ansprüche zu formulieren, die im Alltag nicht umzusetzen sind. Kreativität und Gelassenheit sind auch nötig, wenn Unterernährung begegnet werden soll.
»Trotz aller Vorschriften ist das wichtigste, die Lebensqualität der Pflegebedürftigen und die Möglichkeiten der Pflegenden im Blick zu behalten.«


Unsere Internetseiten zur Mangelernährung (überarbeitete Fassung August 2017).

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Letzte Aktualisierung: 06.10.2017