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Nachrichten aus der Pflege | 22. April 2017

Angehörigenbefragung: Migrationshintergrund & Demenz

Für Familien mit Migrationshintergrund wird Demenz zu einer besonderen Herausforderung. Die Beziehung zwischen Angehörigen und deutschen Institutionen ist oft holperig und voller Missverständnisse. „Der Blick auf die Demenz und ihre Ursachen steht manchmal in Spannung zu schulmedizinischen Diagnosen. Daraus ergibt sich bisweilen ein anderer Blick auf Demenz, Belastungen und den Schmerz.“ Das zeigt eine Studie der bundesweiten Initiative Aktion Demenz.

„In Deutschland ist seit einiger Zeit die Frage nach dem, was uns ‚zusammenhält’, auf dem Tisch. Insofern skizziert der fragende Blick auf Migration und Demenz ein Zukunftsthema, das die Humanität der deutschen Gesellschaft und ihren innergesellschaftlichen Frieden berührt. Menschen mit Migrationshintergrund werden in Deutschland älter, und auch in ihren Familien gibt es Demenz. Aber bisher ist wenig bekannt über die Frage, wie Menschen mit Demenz in Migrationsfamilien leben? Wie wird das Phänomen Demenz dort verstanden? Welche Rolle spielen traditionelle Orientierungen? Werden Dienstleistungen in Anspruch genommen? Gibt es besondere Notlagen? ...
Aber Zusammenhalt und Selbstverständlichkeiten der Sorge innerhalb der Familie werden brüchiger. Jüngere Angehörige haben teils abweichende Vorstellungen. Die Zahl alleinlebender Älterer wird mit größter Wahrscheinlichkeit zunehmen. Mangelnde Sprachkenntnisse und mangelnde Kenntnis der Dienstleistungsangebote führen dazu, dass Migrantinnen und Migranten ihre Ansprüche oft nicht durchsetzen können ...
Die Pflege wird vorrangig als Aufgabe der Frauen angesehen. Während die Bereitschaft zur Übernahme der Pflegeverantwortung bei Frauen immer noch als selbstverständlich vorausgesetzt wird, wird dies von Männern meist gar nicht erwartet.
Die Fragen nach einem guten Leben und Sterben mit Demenz sind oft mit Überlegungen zur Religiosität verknüpft. Diese Überlegungen stehen in Spannung zu modernen Vorstellungen vom selbstbestimmten Leben ... Dank dieser anderen Sichtweisen kommt eine Auffassung von Demenz zum Ausdruck, die unsere moderne westliche Perspektive grundlegend erweitern kann.“


Kontakt: www.aktion-demenz.de. Dort haben wir auch die zitierte Pressemitteilung gefunden:
Erste Ergebnisse aktueller Angehörigenbefragung zum Thema Migrationshintergrund & Demenz, März 2017.
Demenz bei der Begutachtung für einen Pflegegrad.
Verlässliche Informationen der Universität Freiburg zur Demenz in deutscher, russischer und in türkischer Sprache.
2015 wurde die Glasgow Deklaration verabschiedet. Darin wird die Entwicklung einer „Europäischen Demenzstratgie und nationale Demenzstrategien in allen europäischen Staaten“ gefordert. Demenz soll als zentrales Thema der Gesundheitspolitik anerkannt werden.
Die Glasgow Deklaration in deutscher Sprache, mit Links für Unterzeichner*innen und zum Text in den Sprachen Ελληνικά, Español, Français, Hrvatski, Italiano, Nederlands, Português, Slovenščina und Türk.
Weitere Beiträge zum Thema:
Ein Film über das Leben mit Demenz in türkischstämmigen Familien: Kalp unutmaz. Das Herz vergisst nicht (22.8.13). | Über ein Purple Schulz Musikvideo zu Demenz (10.10.15) | Demenzberatung am Telefon (15.2.17)

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Letzte Aktualisierung: 22.04.2017