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Pflegegrad 1
geringe Beein­trächti­gungen der Selbst­ständigkeit

Pflege­bedürftigkeit im Sinne des SGB XI liegt vor, wenn der Gesamtpunktwert mindestens 12,5 Punkte beträgt. Bei Pflegegrad 1 liegen „geringe Beein­trächti­gungen der Selbst­ständigkeit oder der Fähigkeiten“ vor. Bei der Begutachtung werden 12,5 bis unter 27 Gesamtpunkte erreicht.

Mit der Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade wurden die Einstiegs­voraussetz­ungen, um Leistungen aus der Pflege­ver­sicherung zu bekommen, deutlich gesenkt. Für das erste Halbjahr 2017 wird gemeldet, dass etwa 400.000 mehr Menschen Anspruch auf Leistungen haben (Paaßen, 2017a). In Alten­heimen hängt die Zahl der Pflegekräfte von den Pflegegraden der Bewohner­*innen ab. Deshalb ist es sehr schwierig mit Pflegegrad 1 oder Pflegegrad 2 einen Heimplatz zu finden.
Ein Pflegegrad muss von den Versicherten beantragt werden. Dazu genügt ein formloses Schreiben an die Pflegekasse, die über die Kranken­kasse zu erreichen ist.
Mehr zum Thema: Pflegegrad beantragen ... (Hier finden Sie auch einen Muster Brief.)
Im Auftrag der Pflegekassen schickt (meist) der MDK Gutachtende zu den Antragstellenden. Sie sollen beurteilen, wie weit die Selbst­ständig­keit erhalten ist. Dazu werden die Verricht­ungen des Alltags in acht Module und 65 Merkmale eingeteilt. Sie sehen: wieviel Stunden für die Pflege aufgewandt werden müssen, also der Zeitaufwand der bei den Pflegestufe so wichtig war, spielt keine Rolle mehr.

Für Pflege­bedürftige, denen Pflegegrad 1 zugestanden wird, gibt es diese Leistungen:

Ab Pflegegrad 2 gibt es deutlich mehr Unterstützung aus der Pflege­versicherung.

Geldzahlungen bei Pflegegrad 1

Bei Pflegegrad 1 gibt es den monatlichen Entlastungs­betrag (125 €). Der ist in erster Linie für „Hauswirt­schaft und Betreuung“ gedacht. Dieser Betrag kann nur mit einer anerkannten Einrichtung abgerechnet werden. Ein Altenheim bekommt als Zuschuss 125 € von der Pflegekasse (§ 43 Abs. 3 SGB XI). In vielen Gemeinden gibt es Projekte, die Alltagshilfen anbieten. Langzeitarbeitslose bekommen „1–Euro–Jobs“ und Senior*innen können länger selbständig in ihrer Wohnung leben (Rheinische Post). Im Main-Tauber Kreis schließen sich Landfrauen zusammen, um auch in diesem Bereich arbeiten zu können (Mannheimer Morgen). Ob es in Ihrer Nähe passende Angebote gibt? Ein Anruf im Pflegestützpunkt sollte genügen.
Bis zu 40 € stehen jeden Monat für „zum Verbrauch bestimmte Pflege­hilfs­mittel“ zur Verfügung. Dazu gehören zum Beispiel Einmal-Handschuhe für Allergie­kranke oder Hände­desin­fektions­mittel. Ihr Sanitäts­haus berät sicher gern.
Monatliches Pflegegeld oder Sachleistungen gibt es erst ab Pflegegrad 2.

Mit „gesundem Menschen­verstand“ gilt Frau Mustermann als pflegebedürftig, wenn es ihr nicht mehr möglich ist, selbstständig zu baden. Sie hat Angst beim Aufstehen in der nassen Wanne zu rutschen und benötigt wöchentlich bei dieser Gelegenheit Hilfe. Mit „gesundem Menschen­verstand“ ist auch leicht zu verstehen, dass Herr Beispiel der sich nur noch mit Mühe das Gesicht waschen kann, mehr Unterstützung benötigt.
Wer aber Hilfe beim Baden braucht, kann in der Regel kaum noch Treppen oder Fenster putzen. Oft können auch die eigenen Zehen mit den Händen nicht mehr erreicht werden.
Im ersten Quartal 2017 erhielten fast 129000 Menschen erstmals Leistungen aus der Pflege­versicherung. Schon in den ersten drei Monaten nach Einführung der Pflegegrade wurden 43434 Versicherten erstmals Leistungen nach Pflegegrad 1 zugesprochen (MDS).

Umbaumaßnahmen

Manchmal helfen schon kleine Dinge, den Alltag erheblich zu erleichtern. Ein Aufsatz um die Toilette zu erhöhen und das Aufstehen zu erleichtern, kann von der gesetzlichen Versicherung bezahlt werden, wenn ein Arzt das verordnet. Auch eine ent­sprech­ende Empfehlung im MDK–Gutachten reicht aus.
Manchen Menschen ist mehr geholfen, wenn ein stabiler Griff neben der Toilette angebracht wird, der beim Aufstehen Halt gibt. Das wäre eine Umbau­maßnahme und kann von der Pflege­kasse bezuschusst werden. Gleiches gilt für Veränder­ungen an der Türschwelle zum Balkon, um sie ohne Hilfe mit einem Rollstuhl überwinden zu können oder die Instal­lation eines Treppen­lifters. Auch viele Umbauten im Bad werden von der Pflege­versicherung unterstützt. Auch die Kosten für einen Umzug in eine behinderten­gerechte Wohnung können (teilweise) übernommen werden.
Ein elektrisch höhen­verstellbares Krankenbett wird gesetzlich nicht zu den Umbau­maßnahmen gerechnet, sondern ist ein Hilfsmittel. Hilfsmittel können ärztlich verordnet und von der Kranken- bzw. Pflegekasse bezahlt werden.
Mehr zu Umbau­maßnahmen ...

Beratung

Wer Leistungen zum Pflegegrad 1 bekommt, darf (muss aber nicht) zwei mal im Jahr Pflege­beratung in der eigenen Wohnung in Anspruch nehmen. Meistens werden solche Beratungen von ambulanten Pflege­diensten durchgeführt. Häufige Themen sind Hilfsmittel wie Badelifter oder Transfer­hilfen. Oft geht es auch um rücken­schonende Hebe­techniken oder Möglichkeiten der Schmerz­therapie.
Nutzen Sie diese Gelegen­heit, um etwas über Tricks und Unter­stützungs­leistungen zu erfahren, die Ihnen den Alltag erleichtern und Risiken mindern können.
[Mehr zur Pflegeberatung ...]

Widerspruch

Über einen Antrag auf Einstufung in einen Pflegegrad wird von der Pflegekasse beschlossen. Über diese Entschei­dung werden Sie schriftlich informiert (Brief­kasten im Auge behalten!). Mit diesem Bescheid verschicken die Pflege­kassen auch eine Kopie des Gutachtens. Wenn Sie mit der Entscheidung unzufrieden sind, sollten Sie das Gutachten des MDK genau lesen. Darin wird Schritt für Schritt gezeigt, wie die Empfehlung zum Pflegegrad zu stande kam. Sie können gegen die Entscheidung der Pflegekasse Widerspruch einlegen. Dazu können wir Sie individuell beraten.

Die Bundes­regierung will die Umsetzung der Pflege­reformen der Jahre 2012 bis 2017 systematisch wissen­schaftlich begleiten lassen. Die Studie solle vor allem die Frage untersuchen, „inwieweit die beabsich­tigten Wirkungen vor allem des zweiten und dritten Pflege­stärkungs­gesetzes eingetreten seien. Überprüft würden dabei alle beteiligten Akteure, um eventuelle Optimierungs- und Anpas­sungs­möglich­keiten auszuloten.“ (Millich, 2017)



Pflegegrad 2
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Pflegegrad 4
Pflegegrad 5
Allgemeine Informationen zu den Pflegegraden.

Quellen:
– BRi, 2016
– Mannheimer Morgen, 2018
– Millich, 2017
– Rheinische Post, 2018a
[ausführliche Quellenangaben]

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Letzte Aktualisierung: 25.04.2018