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Pflegegrad 4
schwerste Beeinträchtigungen der Selbst­ständigkeit

Bei Pflegegrad 4 liegen „schwerste Beein­trächti­gungen der Selbst­ständigkeit oder der Fähigkeiten“ vor. Bei der Begutachtung werden 70 bis unter 90 Gesamtpunkte erreicht.

Ab 2017 gibt es für Pflege­bedürftige, denen mindestens der Pflegegrad 2 zugestanden wird, regelmäßige Leistungen. Ob AOK, Barmer oder BKK: alle Pflegekassen zahlen grundsätzlich die gleichen Summen. Grundsätzlich haben Leute, die über eine private Krankenversicherung die Pflegeversicherung abgeschlossen haben, die gleichen Rechte.
Die wichtigsten Leistungen sind:

Geld­zahlungen bei Pflegegrad 4

Bei Pflegegrad 4 gibt es als Geldleistung vor allem 728 € Pflegegeld oder 1612 € Sachleistung pro Monat. Wird dieses Budget nicht ausgeschöpft, kann des Pflegegeld anteilig ausgezahlt werden [Kombinations­leistungen ...] Der monatliche Entlastungs­betrag (125 €) ist in erster Linie für „Hauswirtschaft und Betreuung“ gedacht. Auch dieser Betrag kann, so wie die Sachleistungen, nur mit einer anerkannten Einrichtung abgerechnet werden. Es können Ausgaben für Pflegehilfsmittel bis zu 40 € pro Monat erstattet werden. (Ihr Sanitätshaus berät Sie sicher gern!)
Ein Altenheim bekommt als Zuschuss zu den Heimkosten 1775 € von der Pflegekasse. Der Eigenanteil der Pflege­bedürftigen für die stationäre Versorgung ist zur Zeit auf 580 € festgelegt.
Wem Pflegegrad 4 oder 5 zugestanden wurde, könne Steuern sparen. Den Pflegebedürftigen stehe der „erhöhte Behinderten-Pauschalbetrag in Höhe von 3700 € zu.“ Bei häuslicher Versorgung komme „der Pflegebetrag von 924 € als außergewöhnliche Belastung“ hinzu. Pflegende Angehörige die erben könnten „im Rahmen der Erbschaftsteuerermittlung einen zusätzlichen Pflegefreibetrag in Höhe von 20000 € beantragen“. Diese Steuertipps fanden sich in der DHZ im November 2017.
Wer im Dezember 2016 schon Leistungen aus der Pflege­versicherung bekam, wird automatisch auf Pflegegrade umgestellt. Aus Pflegestufe 3 wird Pflegegrad 4. Aus Pflegestufe 2 pluseinge­schränkte Alltags­kompetenz“ wird auch Pflegegrad 4.
Details zur Überleitung.

Umbaumaßnahmen

Die Pflegekasse greift auch bei den Kosten für Umbaumaßnahmen unter die Arme. Das könnten Griffe neben Bett oder Toilette sein, um Aufstehen zu können, oder zum Beispiel auch ein Patienten­lifter, der mit einer Schiene unter der Decke, den Transfer von Raum zu Raum ermöglicht. Auch die Kosten für einen Umzug in eine behinderten­gerechte Wohnung können (teilweise) übernommen werden.
Ein elektrisch höhen­verstellbares Krankenbett wird gesetzlich nicht zu den Umbau­maßnahmen gerechnet, sondern ist ein Hilfsmittel. Hilfsmittel können ärztlich verordnet und von der Kranken- bzw. Pflegekasse bezahlt werden.

Beratung

Wer Leistungen zum Pflegegrad 4 bekommt, muss vier mal im Jahr Pflegeberatung in der eigenen Wohnung in Anspruch nehmen (§ 37(3) SGB XI). Meistens werden solche Beratungen von ambulanten Pflegediensten durchgeführt. Häufige Themen sind Hilfsmittel wie Badelifter oder Trans­ferhilfen. Oft geht es auch um rücken­schonende Hebetechniken oder Möglichkeiten der Schmerztherapie.
[Mehr zur Pflegeberatung ...]

Widerspruch

Gelegentlich sorgt der Bescheid der Pflegekasse für Stirnrunzeln. Der Pflegegrad ist unerwartet niedrig. Als erstes sollten Sie das Gutachten des MDK gründlich lesen. Darin wird im Detail erläutert, wie die Empfehlung für den Pflegegrad zustande kam. Meistens finden Sie hier überzeugende Gründe.
Sie können gegen die Entscheidung der Pflegekasse Widerspruch einlegen. Dazu können wir Sie individuell beraten.

Die Bundesregierung will die Umsetzung der Pflegereformen (PSG II und PSG III) systematisch wissenschaftlich begleiten lassen. „Die Evaluation solle Erkenntnisse zu der Frage liefern, inwieweit die beabsichtigten Wirkungen vor allem des zweiten und dritten Pflegestärkungsgesetzes eingetreten seien. Überprüft würden dabei alle beteiligten Akteure, um eventuelle Optimierungs- und Anpassungsmöglichkeiten auszuloten.“ (Millich, 2017)

Pflegegrad 1
Pflegegrad 2
Pflegegrad 3
Pflegegrad 5
Allgemeine Informationen zu den Pflegegraden.

Quellen:
– BRi, 2016, Seiten 11, 12, 18 und 75
– Deutsche Handwerker Zeitung am 29.11.2017
– Millich, 2017
[ausführliche Quellenangaben]

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Letzte Aktualisierung: 08.12.2017