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Pflegegrad 5
schwerste Beeinträchtigungen der Selbst­ständigkeit mit besonderen Anforderungen an die Pflege

Bei Pflegegrad 5 liegen „schwerste Beeinträchti­gungen der Selbst­ständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung“ vor. Bei der Begutachtung werden 90 bis 100 Gesamtpunkte erreicht.
Es gibt nur wenige Menschen, die mit so starken Ein­schränkungen leben müssen, dass Pflegegrad 5 zutreffen könnte. Beispielhaft ein Szenario: Jemand ist kaum in der Lage im Bett die Liege­position selbst zu verändern. Es ist täglich Hilfe nötig um einige Stunden außerhalb des Betts verbringen zu können. Getränke und Mahlzeiten müssen aufwendig angereicht werden. Auch in der Nacht sind Hilfen beim Umgang mit Ausscheidungen nötig... Hier könnten die Voraussetzungen für den Pflegegrad 5 erfüllt sein.
Bei Pflege­bedürftigen, die rein nach Punkten den Pflegegrad 5 nicht erreichen, können besondere Bedarfs­konstellationen anerkannt werden. Bisher führt ausschließlich die Gebrauchsunfähigkeit beider Arme und beider Beine automatisch zu Pflegegrad 5.

Ab 2017 gibt es für Pflegebedürftige, denen mindestens der Pflegegrad 2 zugestanden wird, regelmäßige Leistungen. Die wichtigsten sind:

Geldzahlungen bei Pflegegrad 5

Bei Pflegegrad 5 gibt es Anspruch auf 901 € Pflegegeld oder 1995 € Sachleistung pro Monat. Wird dieses Budget nicht ausgeschöpft, kann des Pflegegeld anteilig ausgezahlt werden [Kombinations­leistungen ...] Der monatliche Entlastungs­betrag (125 €) ist in erster Linie für „Hauswirtschaft und Betreuung“ gedacht. Auch dieser Betrag kann, so wie die Sachleistungen, nur mit einer anerkannten Einrichtung abgerechnet werden. Es können Ausgaben für Pflegehilfsmittel bis zu 40 € pro Monat erstattet werden. (Ihr Sanitätshaus berät Sie sicher gern!)
Ein Altenheim bekommt als Zuschuss 2005 € von der Pflegekasse. Der Eigenanteil der Pflege­bedürftigen für die stationäre Versorgung ist auf 580 € festgelegt.
Es gibt 19 verschiedene Leistungen der Pflege­versicherung, wenn Pflegegrad 5 bewilligt wurde.
Zur vollständigen Liste.
Wer pflegebedürftigen Nachbarn oder Angehörigen hilft, könnte unter dem Schutz der gesetzlichen Unfall­versicherung stehen. Unter Umständen werden Beiträge zur Renten­versicherung für die Pflegepersonen gezahlt
Wem Pflegegrad 4 oder 5 zugestanden wurde, könne Steuern sparen. Den Pflegebedürftigen stehe der „erhöhte Behinderten-Pauschalbetrag in Höhe von 3700 € zu.“ Bei häuslicher Versorgung komme „der Pflegebetrag von 924 € als außergewöhnliche Belastung“ hinzu. Pflegende Angehörige die erben könnten „im Rahmen der Erbschaftsteuerermittlung einen zusätzlichen Pflegefreibetrag in Höhe von 20000 € beantragen“. Diese Steuertipps fanden sich in der DHZ im November 2017.

Umbaumaßnahmen

Die Pflegekasse greift auch bei den Kosten für Umbaumaßnahmen unter die Arme. Das könnte ein Patienten­lifter sein, der fest eingebaut wird und den Transfer vom Bett auf einen individuell angepassten Rollstuhl ermöglicht. Denkbar ist auch eine neue Tür zur Terrasse, damit das Krankenbett nach draußen geschoben werden kann. Auch die Kosten für einen Umzug in eine behinderten­gerechte Wohnung können (teilweise) übernommen werden.
Ein elektrisch höhen­verstellbares Krankenbett wird gesetzlich nicht zu den Umbau­maßnahmen gerechnet, sondern ist ein Hilfsmittel. Hilfsmittel können ärztlich verordnet und von der Kranken- bzw. Pflegekasse bezahlt werden.

Beratung

Wer Leistungen zum Pflegegrad 5 bekommt, muss vier mal im Jahr Pflegeberatung in der eigenen Wohnung in Anspruch nehmen (§ 37(3) SGB XI). Meistens werden solche Beratungen von ambulanten Pflege­diensten durchgeführt. Häufige Themen sind Hilfsmittel wie Badelifter oder Transfer­hilfen. Oft geht es auch um rücken­schonende Hebetechniken oder Möglichkeiten der Schmerztherapie.
[Mehr zur Pflegeberatung ...]

Widerspruch

Gegen die Entschei­dungen der Pflegekassen kann Widerspruch eingelegt werden. Normaler­weise wird im Bescheid über die Entschei­dung der Pflegekasse auch über die Frist für einen Widerspruch informiert. Das sind oft vier Wochen. Diese Frist ist wichtig: ist sie verpasst muss der Widerspruch abgelehnt werden.
Die Begründung für einen Widerspruch sollte detailliert Unzu­länglich­keiten des MDK Gutachtens aufzeigen. Dazu sollten Sie das Gutachten Satz für Satz durchgehen. Was im büro­kra­tischen Sinne als „Selbst­ständig­keit“ und „Hilfebedarf“ einzuschätzen ist, wird in den Begut­achtungs­richt­linien (BRi) auf etwa 250 Seiten festgelegt. Die BRi gelten für gesetzlich und privat Versicherte in gleicher Weise.
Zum Widerspruch können wir Sie individuell beraten.

Überleitung

Wer im Dezember 2016 Pflegestufe 3 und zusätzlich die „eingeschränkte Alltagskompetenz“ bescheinigt hatte, wird zum Januar 2017 automatisch auf Pflegegrad 5 umgestellt.
Die Pflegebedürftigen selbst müssen nicht aktiv werden.
Details zur Überleitung.
Die Bundesregierung will die Umsetzung der Pflegereformen (PSG II und PSG III) systematisch wissenschaftlich begleiten lassen. „Die Evaluation solle Erkenntnisse zu der Frage liefern, inwieweit die beabsichtigten Wirkungen vor allem des zweiten und dritten Pflegestärkungsgesetzes eingetreten seien. Überprüft würden dabei alle beteiligten Akteure, um eventuelle Optimierungs- und Anpassungsmöglichkeiten auszuloten.“ (Millich, 2017)

Pflegegrad 1
Pflegegrad 2
Pflegegrad 3
Pflegegrad 4
Allgemeine Informationen zu den Pflegegraden.

Quellen:
– BRi, 2016, Seiten 11, 12, 18 und 75
– Deutsche Handwerker Zeitung am 29.11.2017
– Millich, 2017
[ausführliche Quellenangaben]

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Letzte Aktualisierung: 10.12.2017