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Pflegegrad 3
schwere Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit

Bei Pflegegrad 3 liegen „schwere Beein­trächti­gungen der Selbst­ständigkeit oder der Fähigkeiten“ vor. Bei der Begutachtung werden 47,5 bis unter 70 Gesamtpunkte erreicht.

Ab 2017 gibt es für Pflege­bedürftige, denen mindestens der Pflegegrad 2 zugestanden wird, regelmäßige Leistungen. Die wichtigsten sind:

Geldzahlungen bei Pflegegrad 3

Bei Pflegegrad 3 gibt es Anspruch auf 1298 € Sachleistung pro Monat. Wird dieses Budget nicht ausgeschöpft, kann des Pflegegeld anteilig ausgezahlt werden [Kombinationsleistungen ...] Als Pflegegeld werden 545 € gzahlt. Der monatliche Entlastungsbetrag (125 €) ist in erster Linie für „Hauswirtschaft und Betreuung“ gedacht. Auch dieser Betrag kann, so wie die Sachleistungen, nur mit einer anerkannten Einrichtung abgerechnet werden. Es können Ausgaben für Pflegehilfsmittel bis zu 40 € pro Monat erstattet werden. (Ihr Sanitätshaus berät Sie sicher gern!)
Ein Altenheim bekommt als Zuschuss 1262 € von der Pflegekasse. Der Eigenanteil der Pflege­bedürftigen für die stationäre Versorgung ist auf 580 € festgelegt.
Es gibt 19 verschiedene Leistungen der Pflege­versicherung, wenn Pflegegrad 3 bewilligt wurde. Zur vollständigen Liste.

Umbaumaßnahmen

Auch bei Pflegegrad 3 besteht Anspruch auf finanzielle Unterstützung bei Umbaumaßnahmen. Das ist im § 40 (4) SGB XI geregelt. Wichtig: Grundsätzlich muss der Antrag von der Pflegekasse genehmigt werden, bevor die Maßnahme durchgeführt wird.
Es wird von „Wohnumfeld verbessernden Maßnahmen“ geschrieben. Dabei geht es in der Regel um fest eingebaute Gerätschaften. Zum Beispiel: ein Griff an der Wand neben dem Bett oder Einbau einer ebenerdigen Dusche. Auch die Kosten für einen Umzug in eine behinderten­gerechte Wohnung können (teilweise) übernommen werden.
Ein elektrisch höhen­verstellbares Krankenbett wird gesetzlich nicht zu den Umbau­maßnahmen gerechnet, sondern ist ein Hilfsmittel. Hilfsmittel können ärztlich verordnet und von der Kranken- bzw. Pflegekasse bezahlt werden.
Mehr zu Umbaumaßnahmen.

Beratung

Wer Leistungen zum Pflegegrad 3 bekommt, muss zwei mal im Jahr Pflegeberatung in der eigenen Wohnung in Anspruch nehmen (§ 37(3) SGB XI). Meistens werden solche Beratungen von ambulanten Pflege­diensten durchgeführt. Häufige Themen sind Hilfsmittel wie Badelifter oder Transferhilfen. Oft geht es auch um rückenschonende Hebetechniken oder Möglichkeiten der Schmerztherapie. [Mehr zur Pflegeberatung ...]

Überleitung

Wer im Dezember 2016 schon Leistungen aus der Pflege­versicherung bekam, wird zum Januar 2017 automatisch auf Pflegegrade umgestellt. Aus Pflegestufe 2 wird Pflegegrad 3.
Wer im Dezember 2016 Pflegestufe 1 und zusätzlich die „eingeschränkte Alltags­kompetenz“ bescheinigt hat, wird zum Januar 2017 automatisch auf Pflegegrad 3 umgestellt.
Die Pflege­bedürftigen selbst müssen nicht aktiv werden.
Details zur Überleitung.

Pflegegrad 1
Pflegegrad 2
Pflegegrad 4
Pflegegrad 5
Allgemeine Informationen zu den Pflegegraden.

Quelle:
BRi, 2016, Seiten 11, 12 und 18
[ausführliche Quellenangaben]

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Letzte Aktualisierung: 23.08.2017