Pflegegrad.info
PFLEGEGRAD.INFO

--WERBUNG--



Zur Vorlesefunktion

Pflegegrad 3
schwere Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit

Bei Pflegegrad 3 liegen „schwere Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten“ vor (Definition aus §15 SGB XI). Bei der Begutachtung werden 47,5 bis unter 70 Gesamtpunkte erreicht.
Die meisten Menschen mit Pflegegrad 3 benötigen mehr als einmal täglich, auch an Wochenenden, Unterstützung bei der Selbstversorgung und Haushaltshilfen durch eine Pflegeperson.

Ein Pflegegrad muss von den Versicherten beantragt werden. Dazu genügt ein formloses Schreiben an die Pflegekasse, die über die Krankenkasse zu erreichen ist. Mehr zum Antrag auf einen Pflegegrad... (Hier finden Sie auch einen Muster Brief.)

eRolli Im Auftrag der Pflegekassen schickt (meist) der MDK Gutachtende zu den Antragstellenden. Sie sollen beurteilen, wie weit die Selbstständigkeit erhalten ist. Dazu werden die Verrichtungen des Alltags in acht Module und 65 Merkmale eingeteilt. Sie sehen: wieviel Stunden für die Pflege aufgewandt werden müssen, also der Zeitaufwand der bei den Pflegestufen so wichtig war, spielt keine Rolle mehr.
Menschen, denen mit dem Bescheid der Pflegekasse mindestens der Pflegegrad 2 zugestanden wird, bekommen regelmäßige Leistungen. Die wichtigsten sind:

Die gesetzlichen Pflegekassen, egal ob AOK, Barmer oder BKK, haben alle die selben Verpflichtungen. Die privaten Pflegeversicherungen müssen sich auch an diese Regeln halten. (Private Pflegezusatzversicherungen sind etwas völlig anderes.)
Vollständige Liste der Leistungen.

Zu aktuellen Überlegungen zur Zukunft der Pflegeversicherung ...

Punkt Geldzahlungen bei Pflegegrad 3

Die wichtigsten Geldleistungen bei Pflegegrad 3:
monatlich 1298€ Sachleistung. (Das ist Bürokratendeutsch. Es bedeutet: Kommt jemand vom anerkannten Pflegedienst, werden die Kosten als Sachleistung vom Pflegedienst direkt mit der Pflegekasse abgerechnet.)
Wird das Budget für Sachleistungen nicht ausgeschöpft, kann das Pflegegeld anteilig ausgezahlt werden. Eine Beispielrechnung finden Sie unter dem Stichwort Kombinationsleistungen (Kombileistung).
Als Pflegegeld werden 545€ gezahlt. Dieser Betrag wird in der Regel ausgegeben, um Angehörige für ihre pflegerischen Hilfen zu entschädigen.
Der monatliche Entlastungsbetrag (125€) ist in erster Linie für „Hauswirtschaft und Betreuung“ gedacht. Auch dieser Betrag kann, so wie die Sachleistungen, nur mit einer anerkannten Einrichtung abgerechnet werden. Es ist möglich nicht beanspruchte Entlastungsbeträge bis zum Juni des Folgejahres zu verbrauchen (DAlzG, 2018a).
In vielen Gemeinden gibt es Projekte, die Alltagshilfen anbieten. Langzeitarbeitslose bekommen „1–Euro–Jobs“ und Senior*innen können länger selbstständig in ihrer Wohnung leben (Rheinische Post, 2018a). Im Main-Tauber Kreis schließen sich Landfrauen zusammen, um in diesem Bereich arbeiten zu können (Mannheimer Morgen). In NRW gibt es seit 2019 die Möglichkeit auch Hilfen von einzelnen Personen mit MiniJob-Verhältnis oder im Rahmen von „Nachbarschaftshilfe“ mit den Pflegekassen abzurechnen (Novitas, 2019a; Rechtsgrundlage: §§ 10 und 11 AnFöVO (NRW)).
Ob es in Ihrer Nähe passende Angebote gibt? Ein Anruf im Pflegestützpunkt sollte genügen. Im Dezember 2018 wird im Sonntagsblatt wieder betont, dass nur wenige Versicherte den Entlastungsbetrag (125€/Monat) nutzen. (siehe Öchsner, 2017)
Es können Ausgaben für Pflegehilfsmittel bis zu 40€ pro Monat erstattet werden. (Ihr Sanitätshaus berät Sie sicher gern!)
Ein Jahr nachdem Erwin Rüddel (MdB, CDU) am 3.2.2018 „Erwin Rüddel auf Twitterkonsequentes Handeln“ der Politik ankündigte, können überall in Deutschland Pflegebedürftige zu Hause nicht versorgt werden: „Alle ambulanten Pflegedienste berichten mir von Aufnahmestopps. Ohne Ausnahme. Egal ob in West-, Ost-, Nord- oder Süddeutschland, egal ob privat oder Wohlfahrt. Es gibt sogar einige, die Verträge kündigen, weil sie eine verlässliche ambulante Versorgung nicht mehr gewährleisten können.“ (Prof. Andreas Büscher, 2019) [... mehr]
Altenheim ist fast nur dann ein öffentliches Thema, wenn wieder etwas schief gegangen ist. Ein Skandal nach dem nächsten schafft es in die Schlagzeilen. Zur Einordnung: Es gibt in Deutschland über 14000 Altenheime mit jeweils etwa 100 Bew. Tag für Tag werden etwa 1,4 Mio Menschen versorgt. Ich lese weniger als 10 Skandalmeldungen pro Jahr. Daraus schließe ich: meist ist es wohl einigermaßen ok im Altenheim. Hier ein Bericht: Ein Tag im Leben des Altenpflegers (taz, 2019a).
Heimkosten: Ein Altenheim bekommt als Zuschuss 1262€ von der Pflegekasse. Das ist aber nur ein Zuschuss zu den Pflegekosten. Verpflegung und Unterkunft müssen darüber hinaus finanziert werden. Daniel Drepper von www.correctiv.org hat 2016 einen Artikel zu den Kosten eines Altenheims veröffentlicht. An den Prinzipien der Finanzierung hat sich seit dem wenig geändert.
Im April 2018 werden als pflegebedingter Eigenanteil im Durchschnitt gut 600€ pro Monat fällig. Das reicht von 237€ in Thüringen bis 872€ in Berlin (Süddeutsche, 2018b). Die Eigenanteile für die Versorgung im Altenheim steigen stetig. Im Januar 2019 berichtet der MDR über höhere Altenheim Rechnungen in Sachsen. In Einzelfällen werden 450€ pro Monat mehr verlangt. Das können viele Pflegebedürftige nicht finanzieren.
Im August 2019 hat die Bundesregierung beschlossen, ein Gesetz auf den Weg zu bringen, dass in dieser Situation nur noch Kinder mit mehr als 100000€ Jahreseinkommen zur Kasse bittet. Wie so vieles in der Sozialpolitik, hat auch dieser Gesetzesentwurf viele Haken und Ösen. [... mehr lesen]
Egal ob AOK, Barmer oder BKK oder Knappschaft: alle gesetzlichen Kassen haben die gleichen Verpflichtungen gegenüber Pflegebedürftigen und Angehörigen. (Die Leistungen der privaten Pflegeversicherung sind sehr ähnlich.)
Wer pflegebedürftigen Nachbarn oder Angehörigen hilft, könnte dabei unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehen. Unter Umständen werden Beiträge zur Arbeitslosen- und zur Rentenversicherung für die Pflegepersonen gezahlt. [mehr zu Sozialversicherung]
Von der gesetzlichen Krankenversicherung werden „Kosten für Fahrten zur ambulanten Behandlung“ mit dem Taxi oder einem Krankentransport zum Beispiel dann erstattet, wenn Versicherte die „Einstufung in den Pflegegrad 3, 4 oder 5 nachweisen können. Bei der Einstufung in den Pflegegrad 3 muss zugleich eine dauerhafte Beeinträchtigung der Mobilität vorliegen, die einen Bedarf an einer Beförderung zur Folge hat“ (GKV, 2018). Die nötigen Bescheinigungen werden in der Arztpraxis ausgestellt.
In den Broschüren der Pflegekassen finden Sie auch Tipps zur Pflegezeit. Seit Jahren stehen verschiedene Formen der Pflegezeit von der Pflegeversicherung angeboten – das wird kaum genutzt (Sell, 2019c).
Details zur Pflegezeit.

Wer Unterstützung bei pflegerischen Verrichtungen braucht, benötigt oft vielerlei Leistungen der Krankenkassen. Zuzahlungen, die den Pflegebedürftigen abverlangt werden, sind nicht ohne. So wurde eine Belastungsgrenze fest gelegt. Sie „liegt bei 2% der Bruttoeinkünfte zum Lebensunterhalt aller im Haushalt lebenden Personen pro Kalenderjahr. Bei chronisch Kranken liegt die Grenze bei 1%.“ (VZ) Rufen Sie bei Ihrer Krankenkasse an und lassen Sie sich beraten!
Infos der Verbraucherzentrale (VZ).
Viele Medikamente sind von der Zuzahlung befreit. Die Krankenversicherungen stellen dazu jeweils aktuelle Listen bereit:
Themenseite: Befreiungsliste Arzneimittel auf www.gkv-spitzenverband.de.

Was steht mir zu?
Zur vollständigen Liste der Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung.
Nicht nur die Pflegeversicherung unterstütz Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Es gibt viele weitere staatliche Leistungen bei Pflegebedürftigkeit:
Zum Beispiel: In Bayern soll 2018 begonnen werden ab Pflegegrad 2 ein bayerisches Pflegegeld von 1000€ pro Jahr zu zahlen. Informationen des VdK zu Steuererleichterungen (2019a).
Nutzen Sie die Beratungsangebote der Pflegestützpunkte! [Zeitungsartikel über die Arbeit im Pflegestützpunkt in Alzey (2016)] Viele Pflegekassen machen zusätzliche Angebot zur individuellen Beratung: Broschüre über die Angebote der AOK Pflegeberater pdf Logo (2015).

Punkt Umbaumaßnahmen

Auch bei Pflegegrad 3 besteht Anspruch auf finanzielle Unterstützung bei Umbaumaßnahmen. Das ist im § 40 (4) SGB XI geregelt. Wichtig: Grundsätzlich muss der Antrag von der Pflegekasse genehmigt werden, bevor die Maßnahme durchgeführt wird.
Es wird von „Wohnumfeld verbessernden Maßnahmen“ geschrieben. Dabei geht es in der Regel um fest eingebaute Gerätschaften. Beispiele:
Ein Griff an der Wand neben dem Bett oder die Installation eines Treppenlifters (das kann mehr als 10000€ kosten), gehört in diese Gruppe (Müller, 2018). Auch die Kosten für einen Umzug in eine behindertengerechte Wohnung können (teilweise) übernommen werden.
Neben den Pflegekassen kann Hilfe auch von anderen Stellen kommen. Bis zu 1600€ Zuschuss können für Maßnahmen zum Einbruchschutz in Bestandsimmobilien gewährt werden. Bis zu 50000€ Kredit ab 0,75 % Zinsen könnte es für Umbauten geben, die Barrieren mindern. (Stand August 2018) Dieses Geld von der Bundesregierung wird über die KfW vergeben. Auch von den Bundesländern, zum Beispiel Niedersachsen und Brandenburg, gibt es Fördermittel für seniorengerechte Umbauten (Handelsblatt, 2018b). Die Pflegestützpunkte sollten auch zu solchen Förderprogrammen beraten können.
Mehr zu „Umbaumaßnahmen“.
Ein elektrisch höhenverstellbares Krankenbett oder ein Patientenlifter werden (meist) gesetzlich nicht zu den Umbaumaßnahmen gerechnet, sondern gelten als Hilfsmittel. Hilfsmittel können ärztlich verordnet und von der Kranken- bzw. Pflegekasse bezahlt werden.
Wer bei jedem Gang durch die Wohnung sturzgefährdet ist, könnte jedes mal von einer Pflegeperson begleitet werden. Vielleicht reicht es aber aus einen Rollator zu nutzen, um der Sturzgefahr zu begegnen. Vielleicht sind auch eMobil oder Rollstuhl passende Hilfsmittel. Dann muss eine Pflegeperson oft noch nicht einmal beim Umsetzten zwischen Sofa und Gefährt unterstützen. Scooter oder eMobile können in Wohneinrichtungen zu Problemen mit der Hauswirtschaft und/oder Mitbewohner*innen führen. (rhw, 2018)

Punkt Beratung

Wer Leistungen zum Pflegegrad 3 bekommt, muss zwei mal im Jahr Pflegeberatung in der eigenen Wohnung in Anspruch nehmen (§ 37(3) SGB XI). Meistens werden solche Beratungen von ambulanten Pflegediensten durchgeführt. Häufige Themen sind Hilfsmittel wie Badelifter oder Transferhilfen. Oft geht es auch um rückenschonende Hebetechniken oder Möglichkeiten der Schmerztherapie. (Haben Sie Fragen zu „Morphium“? Oft ist ein persönliches Gespräch mit einer Pflegefachperson hilfreicher, als Infoblätter wie dieses.) Zum Beispiel: Für Menschen die Urin/Stuhlgang nicht kontrollieren können, stehen erheblich mehr Hilfsmittel zur Verfügung, als nur die bekannten Einlagen. Für Männer gibt es Condomurinale, die selbstständig angelegt werden können. Zum Beispiel: Nachdem die elektrischen Antriebe für Fahrräder massentauglich wurden, macht sich jetzt ein Startup auf den Weg, um Rollatoren mit Hilfsmotor unter die Leute zu bringen.
Pflegebedürftige, wie Angehörige nutzen diese Beratungstermine viel zu selten als Chance, um Fragen aus dem Pflegealltag zu klären (MAZ, 2018).
Nutzen Sie die Gelegenheit um vom Wissen der Pflegeprofis zu profitieren!
[Mehr zur Pflegeberatung ...]
Alle Pflegebedürften können sich mit ihren Fragen an einen Pflegestützpunkt wenden. Dort soll unabhängig zu allen Sozialleistungen und Hilfsangeboten beraten werden. An den meisten Orten wird auch zu Patientenverfügungen informiert. (Allgemeines zu Vorsorgevollmachten finden Sie in der Zeitschrift test Ausgabe März 2019. Die meisten öffentlichen Bibliotheken haben test abonniert.) Ein häufiger Hinweis der Beratungsfachleute: Pflegende Angehörige genießen weitgehenden Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Von dort gibt es einen Tipp gegen Überforderung: „Nutzen Sie frühzeitig die Beratungsangebote der Pflegestützpunkte, der Verbraucherzentralen, der Pflegekassen, der Wohlfahrtverbände ... um sich ausführlich über Unterstützungs- und Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren.“ (DGUV, 2018, Seite 8)
Möchten Sie gegen die Entscheidung zum Pflegegrad Widerspruch einlegen? Dazu können wir Sie individuell beraten.

Punkt Pflegende Angehörige

Wer einen pflegebedürftigen Familienangehörigen versorgt, erbringt täglich Höchstleistungen! Nicht selten führt das zu körperlicher und psychischer Überlastung. Das Gefühl ständig in Bereitschaft sein zu müssen und immer weniger soziale Kontakte außerhalb der Pflegeverantwortung zu haben, geht an die Substanz. Eigentlich täglich irgend etwas für die Pflegebedürftigen tun zu müssen, lässt kaum Zeit und Energie für eigene Interessen. Aus dem Tagebuch einer pflegenden Angehörigen (Romana, 2016).
Fallen die pflegenden Angehörigen aus, können Leistungen zur Kurzzeitpflege oder/und Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden. So werden Angehörige unterstützt, wenn Sie zum Beispiel Urlaub von der Pflege machen möchten (MoMa, 2018).
Im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) werden Beschäftigte regelmäßig zur Qualität der Arbeit befragt. 2017 ging es auch um die Vereinbarkeit von Pflegeverantwortung und Erwerbsarbeit. „Dabei kam heraus, dass jeder elfte Beschäftigte neben seiner beruflichen Tätigkeit eine oder sogar mehrere Personen zu Hause pflegt, was zu Problemen führt. Teilzeit würde zwar helfen, doch dann entstehen finanzielle Lücken. Überwiegend Frauen und ältere Beschäftigte übernehmen die Pflegeverantwortung in der Familie. Im Durchschnitt kostet sie das 13,3 Stunden pro Woche.“ (VerDi, 2018) Diese Zahlen unterstreichen die gesellschaftliche Bedeutung der Leistungen pflegender Angehöriger.
Über ein Rahabilitationsangebot: Auszeit für pflegende Angehörige. Eine Internetsuche nach Pflegehotel bringt zig Treffer ... die Qualität der Angebote schwankt aber sehr.
Mehr über Pflegende Angehörige

Sozialversicherung der Pflegepersonen
Auch „nicht gewerblich Pflegende“ (in der Regel Familienmitglieder oder Nachbarn) könnten, während sie den Pflegebedürftigen helfen, einen Unfall erleiden. Beispiele: Ein Sturz von der Leiter beim Aufhängen von Gardinen, ein Knöchelbruch beim Umgang mit dem Treppenlifter oder ein Bandscheibenvorfall im Zusammenhang mit dem Verlassen der Badewanne.
[Details zur Unfallversicherung der Pflegepersonen]

Aus den Mitteln der Pflegeversicherung können auch Beiträge zur gesetzlichen Arbeitslosen- und zur Rentenversicherung der Pflegepersonen gezahlt werden. Das Plus bei der Rente ist nicht überwältigend, aber immerhin.
[Details zur Rentenversicherung der Pflegepersonen]
Aus der Beratung: ⁇ Mir wurde Pflegegrad 2 bewilligt. Wird das Pflegegeld auf die Hartz IV (ALG II) Leistungen angerechnet?
‼ Dazu steht was in § 13 (5) SGB XI: »Die Leistungen der Pflegeversicherung bleiben als Einkommen bei Sozialleistungen und bei Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, deren Gewährung von anderen Einkommen abhängig ist, unberücksichtigt ...« Das sollte Ihre Frage beantworten.
Es ergibt sich aber sofort das nächste Problem: Falls Sie einen Teil des Pflegegeldes an eine Pflegeperson geben, die Arbeitslosengeld II bekommt, wird es dann bei der Pflegeperson angerechnet? Das ist nicht einfach zu beantworten. Grundsätzlich: Der Gesetzgeber lässt so wenig Pflegegeld zahlen, dass es in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zum festgestellten Pflegeaufwand steht. Der Gesetzgeber hat in jeder Reform der Pflegeversicherung betont, wie wichtig die Angehörigenpflege ist. Also wäre es politisch widersinnig solche Zahlungen bei Sozialhilfe oder ALG II anzurechnen. Das ist aber keine verbindliche Vorgabe. Lassen Sie sich vor Ort beraten!
[‼️ Diese Erklärungen sind nur als allgemeine Information gedacht. Wie in allen juristischen Fragen empfehlen wir Ihnen dringend Ihre individuelle Situation von einer qualifizierten Rechtsberatung (Berufsverbände, Verbraucherberatung, Rechtsanwälte) prüfen zu lassen. ‼️]

Allgemein zum Pflegegeld:
„Da die tatsächlichen Kosten für die Pflege das gebührende Pflegegeld in den meisten Fällen übersteigen, kann das Pflegegeld nur als pauschalierter Beitrag zu den Kosten der erforderlichen Pflege verstanden werden.“ Dieser Satz stammt von www.gesundheit.gv.at und zeigt, dass sich nicht nur der Gesetzgeber in Deutschland mit der Unterstützung der informellen Pflege schwer tut.

Punkt Widerspruch

Bei der Pflegekasse wird entschieden, ob und welchen Pflegegrad Sie bekommen. Wenn Sie mit dieser Entscheidung unzufrieden sind, ist es eine gute Idee, das Gutachten des MDK genau zu lesen. Dort wird Schritt für Schritt gezeigt, wie die Empfehlung zum Pflegegrad zustande kam. Sie können gegen die Entscheidung der Pflegekasse Widerspruch einlegen. Aus den Beratungen des SoVD (2019a) kommt der Hinweis: Ein Widerspruch sei in erster Linie mit Argumenten zu begründen, die sich auf das Modul „Selbstversorgung“ beziehen.
Zur Begründung eines Widerspruchs können wir Sie individuell beraten.
Wir haben unsere Kenntnisse in der Altenpflege erworben. Zu Pflegegraden bei Kindern können wir keine kompetente Beratung anbieten.

Punkt Überleitung

Wer im Dezember 2016 schon Leistungen aus der Pflegeversicherung bekam, also schon eine Pflegestufe hatte, wird zum Januar 2017 automatisch auf Pflegegrade umgestellt.
Aus Pflegestufe 2 wird Pflegegrad 3.
Wer im Dezember 2016 Pflegestufe 1 und zusätzlich die „eingeschränkte Alltagskompetenz“ bescheinigt hat, wird zum Januar 2017 automatisch auf Pflegegrad 3 umgestellt.
Die Pflegebedürftigen selbst müssen nicht aktiv werden.
Details zur Überleitung.

Die Bundesregierung will die Umsetzung der Pflegereformen (PSG II und PSG III) systematisch wissenschaftlich begleiten lassen. „Die Evaluation solle Erkenntnisse zu der Frage liefern, inwieweit die beabsichtigten Wirkungen vor allem des zweiten und dritten Pflegestärkungsgesetzes eingetreten seien. Überprüft würden dabei alle beteiligten Akteure, um eventuelle Optimierungs- und Anpassungsmöglichkeiten auszuloten.“ (Millich, 2017)

Geldwerter Tipp:
Hilfsmittel wie Wechseldruckmatratze oder Sauerstoffkonzentrator brauchen Strom. Das ist in einer Stunde nicht viel ... in den 8670 Stunden eines Jahres macht sich das aber auf der Stormrechnung bemerkbar. Auch Treppenlifte und die Akkus von Elektromobilen oder Elektrorollstühlen ziehen viel Strom, wenn sie häufig benutzt werden. Otto Beier erklärt auf www.pflege-durch-angehoerige.de, dass die gesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich verpflichtet sind die Stromkosten für verordnete Hilfsmittel zu übernehmen.

2018 hat die schwarz-rote Bundesregierung mit vielen Reformversprechen zur pflegerischen Versorgung ihre Arbeit aufgenommen. Das meiste wurde unter der Überschrift: Konzertierte Aktion Pflege zusammen gefasst. Im Juni 2019, die halbe Wahlperiode ist rum, bestätigt Andreas Westerfellhaus: die Finanzierung zentraler Reformideen ist ungeklärt. Bisher gibt's vor allem Absichtserklärungen. Wenig ist bei den Pflegebedürftigen angekommen. (Altenheim TV Spezial, 2019a)

Was würde es für Pflegebedürftige bedeuten, wenn sie keine pflegerischen Hilfen bekämen? 2019 haben dazu Auszubildende in Ulm diskutiert und eine Aktion für die Fußgängerzone entwickelt: Ein Tag ohne Pflegekräfte (Video, ~2min), Bericht auf www.regio-tv.de.

Warum wir diese Internetseiten anbieten und wer wir sind.

Pflegegrad 1
Pflegegrad 2
Pflegegrad 4
Pflegegrad 5
Allgemeine Informationen zu den Pflegegraden.

Quellen:
– Allgemeine Zeitung, 2016
– Altenheim TV Spezial(2019a): Konzertierte Aktion Pflege: zwischen Hoffnung und Wirklichkeit. Dieser Videobericht (19:50 min) vom 6. August 2019 macht eine Bestandsaufnahme zu wichtigen Vorhaben der Bundesregierung
– AOK, 2015: In besten Händen. Wie die AOK-Pflegeberatung Angehörigen hilft pdf Logo, September 2015
– BGW, 2019a: Mobile Personenlifter auf dem Prüfstand, Informationen auf www.bgw-online.de zum Thema Patientenlifter
– BRi, 2016
– Büscher, Andreas, Pressemeldung der HS Osnabrück, 2019
– Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG), 2018a
– Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), 2018
– Drepper, Daniel, Correctiv (2016)
– GKV–Spitzenverband, 2018
– Handelsblatt, 2018b
– Mannheimer Morgen, 2018
– Märkische Allgemeine (MAZ) 2018
– MDR, 2019a
– Millich, 2017
– MoMa (Morgenmagazin), 2018
– Müller, Benedikt (2018) auf www.sueddeutsche.de
– Öchsner, Thomas: Geld für die Einkaufshilfe. Der Journalist beschreibt aus Laiensicht, wie Angehörige durch Leistungen der Pflegeversicherung entlastet werden können (www.sueddeutsche.de, 4. Dezember 2017)
– RegioTV, 2019
– Rheinische Post, 2018a
– rhw Management (Fachzeitschrift für die Hauswirtschaft), 2018
– Romana, Tagebuchschreiberin und pflegende Angehörige (2016)
– Sonntagsblatt, 2018
– Sozialverband Deutschland (SoVD) 2019a, Artikel auf www.sovd-sh.de von Christian Schultz
– Sell, Stefan (2019c): Von 2015 bis Mitte 2019 haben in ganz Deutschland 921 Darlehen im Rahmen der (bis zu) 24 Monate Pflegezeit in Anspruch genommen.
– Süddeutsche, 2018b
– taz, 2019a
– test (Zeitschrift) die Ausgabe März 2019 bringt auch Artikel zu den Themen: Saugroboter, Vorsorgevollmacht, Vitaminpräperate, Rollatoren
– VdK, 2019a
– WAZ, Westdeutsche Allgemeine Zeitung (2019)
– WDR aktuell vom 27. Dezember (2018b)
[ausführliche Quellenangaben]

👍🏻 Empfehlen Sie uns weiter:
✍︎ Link per eMail schicken
✍︎ Teilen Sie diesen Artikel mit WhatsApp Logo

📰 Unsere
✍︎ Nachrichten aus der Pflege ...
✍︎ als RSS Feed rss Logo lesen.

--Werbung--

Angehörige | Antrag | Begutachtung | Begutachtungsrichtlinien (BRi) | Beratung | Eigenanteil | Entlastungsbetrag (125 €) | Geldleistungen | Kinder | Kombinationsleistungen | Merkmale | Modul | Pflegegrad | Pflegegeld | Pflegehilfsmittel (40 €) | SGB XI | Sachleistungen | Umbaumaßnahmen | Verhinderungspflege | Widerspruch | Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen



Zum Seitenanfang

Folgen Sie uns auf   icon  |  icon  |  Datenschutzschutzerklärung  |  Impressum
Letzte Aktualisierung: 26.09.2019