Pflegegrad.info
PFLEGEGRAD.INFO

--WERBUNG--



Zur Vorlesefunktion

Stichwort | Heimaufsicht

Die Heimaufsicht ist Sache der Bundes­länder. Sachsen hat 2009 den Bericht über die Arbeit der Heim­aufsicht in den Jahren 2006/07 veröffentlicht. Dort lässt sich ganz sachlich nachlesen, wie die Heim­aufsicht im Lande arbeitet und wo Probleme gesehen werden.

MängellisteDer Bericht zur Arbeit der Heim­aufsicht in Sachsen in den Jahren 2006 und 2007 enthält viele Hinweise auf Probleme in der Ver­sorgung der Pflege­bedürftigen. Manchmal wurden „sedierende Medi­kamente ohne ärztliche Anweisung verabreicht ... Hilfe­stel­lungen bei der Nahrungs- und Flüssig­keits­aufnahme waren nicht ausreichend. Ein Fall von mög­licher Gewalt­anwendung gegen­über Pflege­bedürftigen wurde an die Staats­anwalt­schaft übergeben.“ Es werden vielerlei Varianten von fehler­hafter Dokumen­tation beschrieben. In manchen Häusern war das Leitungs­personal nicht aus­reichend qualifiziert, die Fach­kraft­quote wurde nicht ein­gehal­ten und Fort­bild­ungen sehr ver­nachlässigt. „Häufig waren die Zwischen­zeiten zwischen Abend­brot und Früh­stück zu lang (teilweise 14,5 Stunden).“
Die sächsische Heim­aufsicht ist für 57.000 Heim­plätze zuständig. Im Jahr 2009 standen dafür 12 Voll­zeit­stellen zur Ver­fügung – 2,8 davon waren mit Pflege­profis besetzt.

Im August 2016 finden wir einen Artikel in der Märk­ischen Allgemeinen. Darin wird ziemlich detailliert ein Jahr Aus­einader­setzung zwischen einem Heim­träger und den Aufsichts­behörden beschrieben. Es entsteht der Eindruck, dass es trotz vieler Mühen nicht gelingt, Pflege­mängel dauerhaft abzustellen.

2018 erscheint ein mehr­seitiger Text über die Situation in Rhein­land-Pfalz. Dort wurde die Heim­aufsicht in Beratungs- und Prüfbehörde umbenannt. Diese Änderung wird damit begründet, dass Pflege­qualität nicht „in die Ein­richtungen hinein geprüft werden“ könne. Man bemühe sich um eine auf Ver­trauen basierende Heran­gehens­weise. Regel­prüfungen würden ange­kündigt. Unangekün­digte Prüfungen gebe es nur, bei ent­sprechen­dem Anlass. (Pflegekammer, 2018)

In Nordr­hein-West­falen soll 2019 eine Reform des Wohn- und Teil­habe­gesetzes (WTG) in Kraft treten. Damit würden über­flüssige Prüf­vor­schriften außer Kraft gesetzt und Doppel­prüfungen abgeschafft. Allgemein gesagt: Die Qualität der Pflege werde künftig vom Medi­zinischen Dienst (MDK) geprüft. Die Heim­auf­sichten sollen vor allem strukt­urelle Kriterien wie Personal­schlüssel oder Raum­größe in Augen­schein nehmen. "So erhalten die Ein­richtungen mehr Zeit, um sich auf eine gute Ver­sorgung und Betreu­ung der Pflege­bedürftigen zu konzentrieren", erläuterte Karl-Josef Laumann. (Häusliche Pflege, 2018)

Kommentar:
Bei genauem Hin­sehen zeigt sich, dass die Möglich­keiten büro­kratisch, also juristisch abgesichert, Qualität von Pflege durch Außen­stehende zu prüfen, begrenzt sind. Ein wichtiges Problem ist, dass auch die Heim­aufsichten zu wenig Personal haben. Die Verteilung der Aufgaben zwischen Heim­aufsicht und den – aus Mitteln der Pflege­versicherung finanzierten – MDK Prüfungen ist seit Jahren in der Diskus­sion.
Für die Lebens­qualität in einem Alten­heim ist vielleicht wichtiger, was die Uni Köln 2018 herausfand: „Fast jede fünfte hochaltrige Person in voll­stationärer Ver­sorgung fühlt sich meistens oder (fast) immer einsam, während es in der Gesamtgruppe aller Hochaltrigen 6 % sind.“ Es wird kaum möglich sein, mit büro­kratischen Prüfungen etwas gegen Einsamkeit zu tun.

Viele Informationen zu Prüfungen der Pflege­qualität finden Sie auf unseren Seiten www.pflegenoten.info.


Quellen:
– Freistaat Sachsen, 2008
– Häusliche Pflege (Fachzeitschrift) 2018
– Märkische Allgemeine, 2016
– „Pflegekammer interaktiv. Das Magazin der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz“, 2018
– Universität Köln, 2018
[ausführliche Quellenangaben]

👍 Empfehlen Sie uns weiter:
✍︎ Link per eMail schicken
✍︎ Teilen Sie diesen Artikel mit WhatsApp Logo

📰 Unsere
✍︎ Nachrichten aus der Pflege ...
✍︎ als RSS Feed rss Logo lesen.

--Werbung--

Angehörige | Assess­ment | Begut­achtung | Bera­tung | Begut­achtungs­richt­linien (BRi) | Betreutes Wohnen | Betreuung | Bestands­schutz | DBfK | Demenz | Eigen­anteil | einge­schränkte Alltags­kompetenz | Entlastungsbetrag | Experten­standards | Gesamt­punktwert | Gut­achten | Heim­auf­sicht | Hilfs­mittel | Items | Kinder | Kombi­nations­leist­ungen | Kurz­zeit­pflege | MDK | Merkmale | Modul | NBA | PEA | Pflege­geld | Pflege­grad | Pflege­hilfs­mittel | Pflege­stufe | Pflege­stütz­punkt | Pflege­zeit | Renten­ver­sicher­ung | Sach­leist­ungen | SGB XI | Über­leitung | Um­bau­maß­nah­men | Unfall­ver­sicher­ung | Ver­hinderungs­pflege | wichtige Leistungen | Wider­spruch | Zeit­korridore | Zusätz­liche Betreu­ungs- und Entlast­ungs­leist­ungen (125€)




Folgen Sie uns auf   icon  |  icon  |  icon   | Datenschutzschutzerklärung | Impressum
Letzte Aktualisierung: 23.10.2018